Eine Lebensversicherung kann grundsätzlich jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode gekündigt und ausgezahlt werden. Bei einer Kündigung erhalten Sie den sogenannten Rückkaufswert ausgezahlt. Dieser setzt sich aus Ihren eingezahlten Beiträgen abzüglich der Kosten für Verwaltung, Abschluss und Risikoschutz sowie zuzüglich eventueller Überschüsse und Zinserträge zusammen.
Der Rückkaufswert liegt in der Regel unter der Summe Ihrer eingezahlten Beiträge, besonders in den ersten Vertragsjahren. Dies liegt daran, dass die Versicherung zu Beginn hohe Abschlusskosten hat, die von Ihren Beiträgen abgezogen werden.
➜ Je länger der Vertrag läuft, desto höher wird der Rückkaufswert im Verhältnis zu Ihren Einzahlungen.
Bei einer vorzeitigen Kündigung müssen Sie mit finanziellen Einbußen rechnen. In den ersten Jahren kann der Verlust bis zu 50 % der eingezahlten Beiträge betragen. Nach etwa 10 bis 15 Jahren nähert sich der Rückkaufswert langsam der Summe Ihrer Einzahlungen an. Eine genaue Aussage zum Verlust lässt sich aber immer nur anhand des konkreten Vertrags treffen.
Sie können Ihre Lebensversicherung grundsätzlich jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen. Allerdings gibt es oft vertraglich festgelegte Kündigungsfristen, die Ihnen eine Kündigung zu einem früheren Zeitpunkt ermöglichen. Bei monatlicher Beitragszahlung ist oft eine Kündigung zum Monatsende möglich.
Es kann sinnvoll sein, bestimmte Zeitpunkte für die Kündigung zu wählen:
Die Höhe der Auszahlung entspricht dem Rückkaufswert der Versicherung zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode. Dieser setzt sich zusammen aus:
Die genaue Höhe können Sie Ihrer jährlichen Standmitteilung entnehmen oder beim Versicherer erfragen. Bei älteren Verträgen (vor 2008) muss der Rückkaufswert mindestens dem Zeitwert entsprechen. Bei neueren Verträgen gilt das Mindestdeckungskapital als Untergrenze.
Hopkins Rechtsanwälte können Ihnen in verschiedener Hinsicht helfen, wenn Sie vorhaben, Ihre Lebensversicherung zu kündigen:
Unsere auf Versicherungen spezialisierten Rechtsanwälte können Ihren Versicherungsvertrag auf mögliche Fehler prüfen. Unzulässige oder ungenaue Klauseln ermöglichen oft eine finanziell vorteilhaftere Kündigung der Lebensversicherung. Ebenfalls ist zu prüfen, ob ein möglicher Widerruf des Lebensversicherungsvertrages in Betracht kommt, beispielsweise bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung.
Bei Kapitallebens- und Rentenversicherungsverträgen, die zwischen Mitte 1994 und Ende 2007 abgeschlossen wurden, sind die Chancen besonders gut: Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind mehr als 60 % der Widerspruchsbelehrungen aus diesem Zeitraum fehlerhaft und damit widerrufbar.
Darüber hinaus kann ein Anwalt für Versicherungsrecht Sie über mögliche Alternativen zur Kündigung aufklären und die beste Option für Ihre persönliche Situation ermitteln.
Sollte Ihr Versicherer die Kündigung nicht akzeptieren, die Auszahlung verweigern oder verzögern, werden unsere Anwälte Ihre Ansprüche verhandlungsstark außergerichtlich und gerichtlich durchsetzen.
➜ Besonders bei älteren Verträgen oder hohen Versicherungssummen kann sich die Konsultation eines spezialisierten Anwalts für Versicherungsrecht lohnen. Die Kosten dafür amortisieren sich oft durch eine höhere Auszahlung.